Active Child: She Was A Vision

Sonntag, 31.1.2010

Über Actice Child existieren unzählige (auch deutschsprachige) Blogeinträge, die meisten seltsam diffus und um allerlei Vergleiche bemüht. Und in England findet gerade so etwas wie ein kleiner Hype statt, mit ein bisschen Airplay und Artikeln in Online- und Print-Magazinen bis hin zum NME. - Active Child kommt aber aus den USA, genauer gesagt aus Los Angeles, und den Singular wähle ich, weil sich's um keine Band handelt, sondern um das Ein-Mann-Projekt von Pat Grossi. Was der vorher gemacht hat, weiß ich nicht - das Googeln habe ich schnell wieder aufgegeben, Pat Grossi aka Active Child denn da wimmelt's nur so von Namensvettern. Offizielle Releases sind noch rar, dafür hat Grossi, der auf Fotos so wenig hyperaktiv wirkt wie seine Songs, als Active Child ein paar Cassetten in Miniauflagen herausgebracht. "She Was A Vision" hingegen ist am 12. Januar im UK beim Mini-Label und Blog-Ableger Transparent als limitierte 7''-Pressung (weißes Vinyl) erschienen. - Und da bin ich, was den Künstler angeht, auch schon mit meinem Latein am Ende, denn auf seiner Homepage findet man unter "About" neben der Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen, nur den Hinweis, dass mehr Infos bei MySpace zur Verfügung stünden - wo aber im Hinblick auf Biographisches ebenfalls Ebbe herrscht. Also zur Musik und den eingangs erwähnten Vergleichen, die irgendwie alle daran scheitern, dass man Grossis eigentümlichen, ruhigen, mal sphärischen, mal "kathedralen" Dream-Pop eigentlich mit nichts vergleichen kann, auch wenn ich mich hier und da ganz leise an US-Liedgut zwischen Flower Power und Psychedelic aus der zweiten Hälfte der 60er erinnert fühle, und zwar eher an die New Yorker als an die kalifornische Stilrichtung. Kaum zu glauben, dass es sich hier um typische Schlafzimmerproduktionen handelt, die überdies im Alleingang eingespielt wurden! Was da mal draus wird - ja, keine Ahnung, aber ich behalt's voller Neugierde im Auge...

David and Robbo: Sudden Movement (Original Mix)

Sonnabend, 30.1.2010

Gut, das wird dann heute wohl mal wieder einer der kürzeren Beiträge, denn über David and Robbo ist im Web so gut wie nichts zu finden. Die haben noch nicht einmal eine Seite bei MySpace, dafür eine nicht so sonderlich aussagekräftige David and Robbo, Glasgow bei bebo.com - wo ich erst Mitglied werden müsste, um die zwei vorhandenen Fotos in verwertbarer Auflösung zu sehen. Ach nee, da verzichte ich dann lieber doch aufs hier sonst übliche Interpretenfoto! - Aus dem schottischen Glasgow kommen die beiden (vielleicht deshalb der Geiz, was verwertbare Informationen angeht), dort betätigen sie sich schon ein Weilchen als DJs und legen vorwiegend Tech Trance, aber auch Tech House und Techno auf. An eigenen Produktionen haben sie sich in der Vergangenheit eher spielerisch versucht, nun haben sie mal richtig Ernst gemacht und wagen sich mit "Sudden Movement" an die Öffentlichkeit. Der Titel erscheint am 4. März zusammen mit einem Remix von Mauguzun alias Mauricio Unzueta Gubernati bei Pro State Digital Recordings, dem Label von Matt Watering (Plymouth), besser bekannt als DJ H2O. Gelungenes - ach was: verheißungsvolles Tech-Trance-Debüt! - Ja, und das war's auch schon für heute. Ich hoffe dann mal, dass der morgige Beitrag in der Rubrik "Außergewöhnliches" nicht so außergewöhnlich kurz ausfällt...

Giorgos Gatzigristos: Integer (Original Mix)

Freitag, 29.1.2010

Einen Namen wie Giorgos Gatzigristos verwende ich in Texten und Code sicherheitshalber nur per c&p, und dass sich meine Gedanken, als ich ihn zum ersten Mal hörte, in Richtung Athen, Akropolis und Souflaki (für alle Klugscheißer: Souvláki) bewegten, wird mir hoffentlich niemand verübeln. Obwohl ich das mit dem Souflaki nicht ganz verstehe, denn ich bin ja Vegetarier... - Bloß dass (c&p) Giorgos Gatzigristos gar nicht aus Griechenland stammt, sondern aus dem niederländischen Nijmegen in der Provinz Gelderland, wo er sogar das Licht der Welt erblickt hat. Dort ist er als Teenager im Club Doornroosje - das übersetze Giorgos Gatzigristos, Nijmegen ich jetzt, obwohl ganz gut des Niederländischen mächtig, mal nicht - mit elektronischer Musik in Berührung gekommen, und dann hat's gar nicht mehr so lange gedauert, bis er selbst als DJ durch die Clubs gezogen ist und aufgelegt hat. Im Juni 2004 ist sein erster Track veröffentlicht worden, wenn auch nur auf einer Split-Single, die er sich mit seinem Kumpel Piet van Dongen teilen musste. Es folgten einige Releases beim Kompakt-Ableger K2, und ehe er sich dann ganz auf die Musik konzentriert hat, hat er noch rasch an der heimatlichen Radboud Universität seinen Abschluss in Managementwissenschaften hingelegt. Inzwischen ist die Liste seiner Releases ziemlich lang, rund ein Dutzend weiterer eigener Titel und Remixe sind bereits unter Dach und Fach gebracht und werden in den nächsten Monaten erscheinen. - Stilistisch bewegt sich Giorgos im House-Bereich, meist Unterabteilung Progressive mit leichtem Hang zu Minimal. Davon zeugt auch "Integer", ein Track, der irgendwie das Kunststück fertigbringt, ein bisschen dunkel und gleichzeitig lässig-entspannt zu klingen. Erschienen ist er am 25.11.2009 zusammen mit "Latent Presence" und "Mutila" auf der "Integer EP" beim von Eelke Kleijn betriebenen niederländischen Label Outside The Box Music. Gefällt mir nicht nur des Veröffentlichungsdatums :-) wegen richtig gut, und darum ist er hier heute Track des Tages!

The Vanish: Hold On

Donnerstag, 28.1.2010

"Australien!" schoss es mir beim ersten Anhören schon nach ein paar Takten durch den Kopf, und als ich dann auf der MySpace-Seite von The Vanish gleich neben dem Foto die Standortangabe "New York City" fand, war ich doch ein klein wenig irritiert. Wie kann ein Duo, das ich spontan in einen Topf mit den Midnight Juggernauts oder den Presets stecken möchte, aus den USA stammen?! - Tja, kann es eben doch, und das ganz besonders, wenn die beiden Protagonisten zwar in New York leben, aber aus Australien stammen. Dort haben Peter The Vanish, New York Enestrom (voc, g, keyb) und Michael Elmgreen (b, keyb) schon in jungen Jahren gemeinsam in allerlei Punk-Bands gespielt. Später hat's die beiden "arbeitstechnisch" nach New York verschlagen, und 2008 beschlossen sie, ihre Schreibtischjobs zu kündigen und sich fortan ganz der Musik zu widmen. Stilistisch ordnen sie sich selbst unter "a boiling fusion of post-punk, nu-wave and electro" ein und behaupten gar, Peters Gitarrenspiel orientiere sich an The Clash, aber das ist natürlich alles dummes Zeug :-), denn die machen ganz einfach stark australisch klingenden Electro-Pop, und zwar der Güteklasse A! - "Hold On" geistert schon ein Weilchen durchs Web und wird speziell im UK bei diversen Radiostationen gespielt, erscheint offiziell aber erst im Februar als Debütsingle beim britischen Label Eye Industries. Dafür, dass The Vanish in vielen (auch deutschen) Blogeinträgen auftauchen, finde ich die derzeit im alleruntersten dreistelligen Bereich angesiedelten Klickzahlen des "Videos" bei YouTube ziemlich enttäuschend. Das wird sich aber hoffentlich ändern, wenn die beiden, wie bei MySpace angekündigt, 2010 verstärkt durch die USA und Australien touren (wobei sie sowohl DJ-Sets als auch "richtige" Konzerte abliefern). Ebenfalls im Laufe dieses Jahres soll ihr erstes Album erscheinen.

Brasstronaut: Requiem For A Scene

Mittwoch, 27.1.2010

Für Bläsersätze und auch den solistischen Einsatz von Blech- und Holzblasinstrumenten hab' ich ja schon immer ein Faible gehabt, sei's im Pop, sei's im (Jazz-)Rock. Selten aber habe ich jemanden so schön und ausdrucksvoll die Trompete und vor allem das Flügelhorn spielen hören wie Bryan Davies von der kanadischen Band Brasstronaut. Die ist 2007 in Vancouver in Viererbesetzung mit Davies, Edo Van Breemen (voc, keyb), John Walsh (b) und Brennan Saul (dr, perc) vom Stapel gelaufen und wird bei Wikipedia noch immer als Quartett geführt, nennt aber auf der eigenen MySpace-Seite auch noch Tariq Hussain (g und lap steel guitar, hierzulande "Hawaii-Gitarre" Brasstronaut, Vancouver (BC) genannt) und Sam Davidson (EWI, Klarinette) als feste Mitglieder. Eine EP namens "Old World Lies", 2008 bei Unfamiliar Records erschienen, haben Brasstronaut bislang vorzuweisen, am 1. März laut Bandankündigung bzw. am 23. März lt. Homepage von Unfamiliar Records wird nun endlich das Debütalbum "Mt. Chimaera" erscheinen. Das werde ich dann auch zum Anlass nehmen, die Band noch einmal etwas ausführlicher vorzustellen, weil - heute bin ich ein klein wenig in Eile. - "Requiem For A Scene" ist einer von vier Titeln der erwähnten EP und schon sehr typisch für das musikalische Schaffen der Kanadier, die ab Mitte Februar auf eine ausgedehnte Tournee quer durch Kanada und die USA gehen. Der vordergründige Frohsinn ist nicht so sehr ihre Sache, an Moll-Akkorden herrscht kein Mangel. Seltsamerweise kamen mir beim ersten Hören spontan die frühen Songs von Al Stewart in den Sinn, der ähnliche Melodiestrukturen verwendet, diese freilich in ein ganz anderes und vor allem glatteres Soundgewand gekleidet hat - also jetzt um Himmels willen nichts à la "Year Of the Cat" erwarten! Viel tiefgründiger, rauer und dunkler präsentieren Brasstronaut ihre Titel, mit einer Prise Tom Waits (gar nicht auf den Gesang bezogen) und im Falle von "Requiem For A Scene" mit einem tollen Video, das die Stimmung des Songs kongenial umsetzt.

Ocelot: Our Time

Dienstag, 26.1.2010

An Daft Punk mit ihren sechs- und siebenstelligen Videoklickzahlen traue ich mich ja, siehe Seitenmotto oben, nicht so richtig ran, also stelle ich doch einfach mal einen Track vor, der zwar nicht von Daft Punk stammt, aber genau wie ein Daft-Punk-Stück klingt :-). - Ocelot, nicht zu verwechseln mit dem US-amerikanischen Producer oCeLoT alias Aaron Peacock, sind ein englisch-amerikanisches Duo, bestehend aus James Welsh (Leeds) und Cory Kilduff (Austin/Texas). Die kennen sich schon eine ganze Reihe von Jahren und sind sich erstmals in den USA über den Weg gelaufen, als James dort einen BMX-Urlaub (was immer man sich darunter vorzustellen hat) verbrachte. Cory war zu der Zeit Sänger in einer Electro-Punk-Band namens The Rise, und der hat sich dann auch James angeschlossen - 2002 haben sie bei Ferret Music den Longplayer "Signal To Noise" veröffentlicht. The Rise gibt's längst Ocelot nicht mehr, Cory und James machen als Ocelot weiter und tauchen schon seit ein paar Jahren immer wieder mit lobenden Erwähnungen für ihre Remixe, Bootlegs und Produktionen in diversen Blogs auf. Niemand kennt die beiden so richtig, aber auf ihre MySpace-Seite haben sich immerhin schon über 400.000 Besucher "verirrt". - "Our Time" wird hier und da als die erste Single des Duos erwähnt, und das seit etwa 2008. Ein offizielles Release kann ich nirgendwo entdecken, aber in einem Blog-Eintrag bei ourtimeunited.com vom 25.12.2009 (der merkwürdigerweise über Kommentare vom 21. und 24.12. verfügt) heißt es: "This is our first single, 'Our Time' and we are very happy to give it out for free." Da können wir alle happy sein, zumal es den Track dort immer noch als kostenlosen Download gibt. Enthalten sein wird er auch auf dem für Sommer 2010 angekündigten Debütalbum "No Requests", das immerhin beim Indie-Giganten PIAS erscheinen soll. - "All the fun of trance, without all that trance" lautet das musikalische Motto von Ocelot, und ein animiertes Gif zu "Our Time" empfiehlt "Take drugs, get drunk". Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich nirgendwo Fotos der beiden finden konnte, nicht mal auf ihrer eigenen MySpace-Seite - würde ich mit derartigen Empfehlungen an die Öffentlichkeit gehen, wäre ich sicherheitshalber lieber auch nicht identifizierbar :-). Ob "Our Time" sich bewusst an "One More Time" anlehnt, darüber kann ich nur spekulieren, so ganz abwegig erscheint es ja nicht. Spekulieren könnte man auch darüber, ob es Ocelot überhaupt gibt oder ob sich da nicht Daft Punk einen Spaß - nee, halt, das ist natürlich nicht mein Ernst! Ist halt ein abolut geiler und so manchen Gedankenflug anregender Titel, dieses "Our Time"...

Zer-O: Real Time (1984)

Montag, 25.1.2010

Das Foto links zeigt Greg Wilson und ist 1984 entstanden, dem Jahr der Erstveröffentlichung von "Real Time". Das Foto rechts stammt aus dem Jahr 2009 und zeigt ebenfalls Greg Wilson. Und der hat, natürlich, etwas mit "Real Time" zu tun. - Greg Wilson? Das ist eine der zentralen Figuren der frühen britischen Electro-Szene, 1960 in Wallasey/Merseyside geboren und seit seinem 15. Lebensjahr als DJ aktiv. Greg lebte damals in Manchester (heute in Liverpool), war unter anderem Resident-DJ im legendären Hacienda-Club und mit seinen Mix-Tapes auch häufig im Rundfunk zu Gast. Ab 1984 hat er sich verstärkt um die Produktion eigener (und gelegentlich auch fremder) Titel gekümmert und war Mitglied einer Gruppe namens Broken Glass, die aus ihm, zwei Tänzern einer ursprünglichen Breakdance-Crew Greg Wilson 1984 Greg Wilson 2009 gleichen Namens sowie Martin Jackson von Magazine und Andy Connell von A Certain Ratio bestand. Die produzierten dann gemeinsam in einem kleinen Studio einige Titel für einen Sampler, der die Vielfalt der UK-Electro-Szene demonstrieren sollte. Nur war die zu der Zeit noch gar nicht so vielfältig, und um das ein bisschen zu kaschieren, kamen die Stücke der gleichen Crew unter verschiedenen Interpretennamen aufs Vinyl: Neben Broken Glass verwendete man noch Foreveraction, Syncbeat und, womit wir die Kurve kriegen, Zer-O. Bis auf einen Track von The Rapologists stammten alle Titel auf dem erwähnten Sampler von der Truppe um Greg Wilson... - "Electro" bedeutete in jenen Jahren in England hauptsächlich "Electrofunk", andere elektronische Varianten liefen eher unter "New Wave". "Real Time" war einer von zahllosen ähnlichen Titeln, die bald den Markt überschwemmten und schon ein bisschen von amerikanischen Elementen und dem Erfolg von Gruppen wie der Rock Steady Crew inspiriert waren. Gelegt wurde damit der Grundstein für die heutige, ungleich vielfältigere Electro-Szene, und Greg Wilson ist als "Grandaddy of Electro" (Mr. Scruff) in die Musikgeschichte eingegangen. Auf seinen Lorbeeren ruht er sich übrigens nicht aus, wie die bei MySpace für die nächste Zeit angekündigten Auftritte beweisen. - Tja, ist mal wieder in Richtung "Geschichtslektion" abgedriftet, der Montags-Beitrag. Auch morgen geht's hier um Electro, dann aber aus unseren Tagen...

The Knife, in collaboration with Planningtorock and Mt. Sims:
The Colouring Of Pigeons

Sonntag, 24.1.2010

Über "Tomorrow, In A Year", das kommende Album von The Knife in Zusammenarbeit mit Planningtorock und Mt. Sims, hat sich das deutsche Feuilleton und, schlimmer noch, das Möchtegern-Feuilleton schon zur Genüge ausgelassen, da muss nicht auch ich noch meinen Senf dazugeben. Erscheinen wird's am 1. Februar digital und am 1. März als Doppel-CD, und es handelt sich nicht nur um ein Konzeptalbum, sondern eine Oper, die im Auftrag der dänischen Performancegruppe Hotel Pro Forma entstand und sich an Charles Darwins "Über die Entstehung der Arten" anlehnt. - The Knife (links) sind Karin Dreijer Andersson und ihr kleiner (immerhin sechs Jahre jüngerer) Bruder Olof Dreijer aus dem schwedischen Stockholm. Das Electronic-Duo macht seit 1999 gemeinsam Musik und ist nicht nur durch seine Veröffentlichungen, sondern auch durch seine The Knife, Stockholm Matthew Sims aka Mount Sims, Berlin Janine Rostron aka Planningtorock, Berlin Kamerascheu und die Weigerung, sich den Mechanismen der Musikindustrie anzupassen, bekannt geworden. - Planningtorock ist die gebürtige Engländerin und "gelernte" Violinistin Janine Rostron, heute in Berlin beheimatet. Die ist mit ihrer auch visuelle Elemente nicht vernachlässigenden One-Woman-Show und einer gelegentlichen Brandy-Genuss und viele Kippen nicht verleugnenden Stimme längst aus dem Underground hervorgetreten. - Mt. Sims, auch als Mount Sims unterwegs, hat nichts mit den Sims zu tun, sondern heißt wirklich so, und zwar Matthew Sims. Den gebürtigen US-Amerikaner hat's ebenfalls nach Berlin verschlagen, wo er als DJ, Musiker und Performancekünstler ein fester Bestandteil der Szene ist. - "Colouring Of Pigeons" stammt vom eingangs erwähnten Album und wurde vom YouTube-Hochlader wegen des 10-Minuten-Limits am Anfang ein wenig eingekürzt - eigentlich hat der Titel eine Laufzeit von exakt 11 Minuten. Er kommt, großes Theater, wirklich sehr "opernhaft" daher, ein Kommentator bei YT spricht von "Audio Orgasm". Ich ertappe mich bei einem im Hinterkopf gedachten "Darwins 'Entstehung der Arten' - Gott, Kinder, geht's nicht auch 'ne Nummer kleiner?", würge noch immer an der Wortakrobatik des Möchtegern-Feuilletons und erinnere mich vage, dass "Musikjournalist" (...nicht "Musikkritiker"!) schon zu der Zeit, als ich noch in diesem Metier unterwegs war, als ausgesprochenes Schimpfwort galt. Ansonsten finde ich "Colouring Of Pigeons" aber ziemlich beeindruckend.

Claes Rosen: Endeavour (Original Mix)

Sonnabend, 23.1.2010

Den heutigen Track des Tages hatte ich vor gut zwei Wochen versprochen - damals gab's den bei YouTube noch nicht. Nun ist er da, wenn auch, glaube ich, vorne und hinten nicht so ganz vollständig. Offizielles Veröffentlichungsdatum ist der 12. Februar, erscheinen wird der Titel (zusammen mit "Delirious") beim schwedischen Label Nellie Recordings, das mal mit Trance begonnen und sich später auf House spezialisiert hat, aber vielfach auch Claes Rosen Titel veröffentlicht, bei denen die Genre-Grenzen ein bisschen verschwimmen. Das gilt auch und ganz besonders für "Endeavour", als Progressive House etikettiert, aber mit seinen starken Melodieelementen und dem fast jazzigen Groove mich alten Sack hier und da doch heftig an "halb-elektronische" Funk-Jazzer aus den 80ern wie Shakatak erinnernd. Garantiert nix für Techno-Freaks (jedenfalls nicht für die, die nichts anderes gelten lassen), aber ein perfekt produzierter, atmosphärisch dichter Titel voller Wärme, der einfach nur gute Laune macht und Vorfreude auf Frühling und Sommer weckt. Und Klaes Rosen, der sich nicht nur aufs Produzieren am PC versteht, sondern, wie ein paar seiner Videos zeigen, auch ein Keyboard aufs Vortrefflichste zu spielen weiß, ist ein Vollblutmusiker, der sein Geld auf vielen musikalischen Feldern verdienen könnte. Möge er die sortednoise-Besucher und vor allem mich :-) an dieser Stelle noch oft erfreuen! - Heute brennt's wg. aktueller Ereignisse, die ich auf meinen profaneren Themen gewidmeten Sites "verwursten" muss, an allen Ecken und Enden, weswegen ich mich auch schon wieder verabschiede.

Adam Foley: Trip Switch (Original Mix)

Freitag, 22.1.2010

Über Adam Foley, einen Iren in Manchester, hab' ich schon bei seinem letzten "Auftritt" am letzten Tag des Jahres 2009 nicht so sehr viel zu schreiben gewusst. Der Spezialist für die etwas härteren und gelegentlich auch dunkleren Trance-Varianten haut im Augenblick eine Produktion nach der anderen raus und ist auch auf diversen Kompilationen mit seinen Titeln gut vertreten. Als Liebhaber der knackigen Bassdrum kann ich seinen bei aller Härte auch das melodiöse Element nie vernachlässigenden Tracks natürlich nicht widerstehen, und wenn er unter seinen "Freunden" bei MySpace an zweiter Stelle Prodigy auflistet, dann wird damit auch etwas über seine Musik ausgesagt, die hier und da durchaus von Rave-Einflüssen geprägt Adam Foley, Manchester ist. - Der Original Mix von "Trip Switch" ist am 21. Dezember zusammen mit einem Remix von Danny Powers bei Discover Dark erschienen, einem Sub-Label der englischen RecoverWorld Label-Gruppe, das seinerzeit hauptsächlich für die Veröffentlichung von Trance-Titeln ins Leben gerufen wurde, die ein bisschen im Techno wurzeln und in der zweiten Hälfte der Nacht besonders gut zur Geltung kommen. Ganz starkes Stück von einem, der gerade dabei ist, in die Champions League der internationalen Producer aufzurücken. - Was sortednoise für mich manchmal ein klein wenig nervig macht, ist nicht das Schreiben des täglichen Beitrags - das erledigt ein alter Routinier in höchstens 15, 20 Minuten -, sondern das Einsammeln von Informationen über den/die jeweiligen Interpreten. Ich schleiche ja noch immer mit Light DSL und 384 kbit/s durchs Web, und so manche Homepage oder MySpace-Seite mit diversen Add-ons und voluminösen Grafiken blockiert mein System mit minutenlangen Ladezeiten. Ähnlich verhält es sich mit den YouTube-Videos. Eigentlich, so hat mir Ende letzten Jahres ein Techniker der Telekom verraten, sollte die altertümliche Leitung, die unser Dörfchen mit dem Knotenpunkt in Ringelheim verbindet, im kommenden Frühjahr durch ein Glasfaserkabel ersetzt werden, das dann mindestens 16000er DSL erlauben würde. Heute nun höre ich auf einmal völlig Gegenteiliges à la "in diesem Jahr ganz sicher nicht". Ja, wie denn nun?!? Werd' ich morgen noch mal etwas genauer recherchieren, weil - so langsam fängt's richtig zu nerven an...

Yeah Yeah Yeahs: Maps (Elite Force Re-Fix)

Donnerstag, 21.1.2010

Um die Interpreten der Originalversion von "Maps" geht's hier nur am Rande - die Yeah Yeah Yeahs aus New York konnten auf iher MySpace-Seite schon mehr als 13 Millionen (!) Besucher begrüßen, das just zuvor verlinkte Video haben sich über 5,7 Millionen Menschen zu Gemüte geführt. Ich hab' nichts gegen die, finde ein paar ihrer Songs recht hübsch, aber so richtig "mein Ding" ist das nicht. Darum befasse ich mich lieber mit Simon Shackleton aka Elite Force, als Producer, Remixer und DJ Urgestein der britischen Electro-Szene, gelegentlich auch unter Namen wie Killer Elite, Futurecore, Zodiac Cartel oder schlicht Yeah Yeah Yeahs, New York Simon Shackleton aka Elite Force sHack veröffentlichend. An dem gefällt mir besonders, dass er sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen lässt, sondern sich ständig irgendwo zwischen Breakbeat, House und Techno bewegt. Und dass er, was man, wie ich finde, hören kann, auch Banderfahrung hat. 1989 hat er als Student in Exeter seine zeitweilig recht erfolgreiche erste Band namens Headless Chickens gegründet und in dieser neben dem Bass auch noch den Sologesang übernommen. Zweiter Sänger und Gitarrist war ein gewisser Thom Yorke - ja, hab' ich bis vor ein paar Tagen auch nicht gewusst, sieht man mal wieder, wofür Wikipedia gut ist. - Vorgeknöpft hat sich Simon Shackleton jetzt das schon etwas betagte (2004) "Maps", und sein Re-Fix klingt am Anfang nach einem Kandidaten für die Dance-Rubriken bei sortednoise am Freitag und Sonnabend, schweift dann aber zwischendurch auch in mehr rockige und gitarrenorientierte Gefilde ab. Keine Ahnung, was ihn dazu bewogen hat, ausgerechnet diesen Titel zu "veredeln", aber herausgekommen ist dabei eine witzige Quer-durch-alle-Stile-Nummer. Ob die auch als offizielles Release auf irgendeinem Label, womöglich Simons eigenem, erschienen ist, weiß ich nicht - ich hab's nicht nachrecherchiert, weil's den heutigen Track des Tages (...und eine Menge anderer Goodies!) auf der Elite-Force-Homepage in bester 320er-Qualität als kostenlosen Download gibt.

Motorpsycho: X3 (Knuckleheads In Space)

Mittwoch, 20.1.2010

Wollte ich die Biographie von Motorpsycho detailliert schildern, müsste ich das wohl als Serie angehen und könnte dann einen Monat lang den täglichen Beitrag mit immer neuen Folgen füllen. Da verweise ich lieber auf die beiden unten verlinkten Wikipedia-Artikel und zähle an Fakten nur auf, dass die Norweger aus Trondheim im vergangenen Jahr ihr zwanzigjähriges Bandjubiläum feiern konnten, im Laufe der Jahre mitunter ziemlich drastische Stilwechsel Motorpsycho, Trondheim (Norwegen) vollzogen haben und im Augenblick in der Besetzung Bent Sæther (voc, b, g, keyb) und Hans Magnus Ryan (g, keyb, viol, voc), beide seit 1989 dabei, sowie Kenneth Kapstad (dr, seit 2007) unterwegs sind. Angefangen hat man mit Alternative Metal, später wurden auch Einflüsse wie Jazz, Psychedelic oder gar Pop integriert, und dem, was die im Augenblick machen, kommt man vermutlich mit einem schlichten Indie-Rock (...oder Progressive Rock?) am nächsten. - "X3 (Knuckleheads In Space" ist ein über 9 Minuten langer "Koloss" vom am vergangenen Montag veröffentlichten neuen Album "Heavy Metal Fruit", an dem Track wirken der norwegische Jazz-Trompeter Mathias Eick (der schon mit Chick Corea und Pat Metheny gespielt hat) und die nicht minder norwegische Sängerin Hanne Hukkelberg (deren Album "Blood From A Stone" es 2009 bis auf Platz 22 der heimischen Charts geschafft hat) als Gastmusiker mit. Und während ich mich im ersten Teil irgendwie an Rockmusicals aus den 60ern erinnert fühle, driftet das in der zweiten Hälfte gelegentlich in musikalische Regionen ab, die mir Prog Rock aus den späten 60ern à la Jethro Tull oder frühen 70ern à la Caravan in den Sinn kommen lassen. Leicht merkwürdiges Stück, dem ich mit milder Fassungslosigkeit, aber nicht uninteressiert gegenüberstehe. Muss ich mir vor einem Endurteil wohl noch ein paarmal zu Gemüte führen...

So So Modern: Live 2008

Dienstag, 19.1.2010

So richtig warm geworden bin ich mit So So Modern eigentlich nie. Das neuseeländische Quartett, seit Ende 2004 im Auftrag des Electropunk unterwegs (was hier wörtlich zu nehmen ist, denn die touren ziemlich exzessiv), hat in mir immer ein bisschen das Gefühl verschenkten Potentials erweckt. Nichts gegen Ironie und insbesondere Verspieltheit, aber mitunter ist mir das Abdriften verheißungsvoll beginnender Stücke in irgendwelche Herumkaspereien ein klein wenig auf den Sack gegangen: eine neuseeländisch-brachiale So So Modern, Wellington (NZ) Variante von Bentley Rhythm Ace, aber ohne deren "natürliche" Leichtigkeit. - Ja, und dann gerate ich dieser Tage eher zufällig auf die MySpace-Seite von So So Modern und höre in "Berlin" hinein, einen Titel vom neuen und - nach zahllosen, teils selbstverlegten Singles und EPs - eigentlich ersten "richtigen" Album "Crude Futures", das am 1. März bei Transgressive Records erscheinen wird (CD, 12'' Vinyl, digitaler Download), höre gar nicht wieder auf mit dem Hineinhören, lächele verklärt und denke so bei mir: Na also, geht doch! Leider gibt's das tolle, lässig-nonchalant hingehauene, gar tanzbare und dennoch einer gewissen Tiefe nicht entbehrende Stück noch nicht bei YouTube, weswegen ich auf einen beim Mamallapuram Festival 2008 entstandenen Live-Mitschnitt zurückgreife - keine Ahnung, wie der Titel heißt, der da gespielt wird. - So So Modern starten Ende Januar wieder mal zu einer ausgedehnten Europatournee, in Deutschland kann man sie in Landau (1.2.), Bayreuth (2.2.) und Nürnberg (3.2.) erleben, zwei weitere Deutschlandkonzerte werden voraussichtlich am 26. und 27. gespielt, laufen bei MySpace aber noch unter "TBC" (to be confirmed). Ich werd' YouTube und das neue Album im Auge behalten und, sobald "Berlin" als Video vorliegt, den Vierer aus Wellington noch einmal etwas ausführlicher vorstellen.

Reggie Griffin & Technofunk: Mirda Rock (1982)

Montag, 18.1.2010

Ein Drumcomputer, ein Vocoder, ein paar Sounds, die klingen, als wären sie per Mikro aus einer frühen Spielekonsole gesampelt worden, ein Synthesizer - das war Electro in den frühen 80ern, in diesem Fall, um genauer zu sein, Electrofunk (wobei dann auch noch ein drahtiger Bass und gelegentlich eine Gitarre zum Einsatz kommen). Irgendwelche nostalgischen Gefühle stellen sich bei mir beim Anhören nicht ein, weil ich das damals, mit ein paar Ausnahmen à la Herbie Reggie Griffin (Technofunk) Hancock, kaum mitbekommen habe, heute klingt's irgendwie - seltsam? Hat aber schon was, vom Rhythmus her, und ein paar hübsche "schwebende" Akkorde kommen auch vor. - Reginald D. Griffin war schon in den späten 70ern Mitglied einer Gruppe namens Manchild und hat als "Reggie Griffin" vor allem in den frühen 80ern ein paar Tracks veröffentlicht, als "Reggie Griffin & Technofunk" (ob außer ihm und Co-Producer Mr. Lucky noch weitere Progagonisten beteiligt waren, weiß ich nicht) nur "Mirda Rock". Das ist bei Eingeweihten so etwas wie ein "kleiner Szene-Klassiker", über den ich einen äußerst witzigen Blog-Eintrag aus dem Jahr 2008 gefunden habe. Erschienen ist "Mirda Rock" 1982 als 12'' in Amerika bei Sweet Mountain Records, in Europa beim englischen Ableger Sugar Hill Records, in Sachen Electrofunk damals das Maß aller Dinge. - Biographisches über Reggie Griffin gab das Web bis zur siebten oder achten Suchergebnisseite bei Google ebenso wenig her wie eine Homepage. Bei MySpace gibt's zwar einen Reggie Griffin, der unserem sogar ähnlich sieht, aber der befasst sich mehr mit Gospel - vielleicht ist's ja der Sohnemann? Unser Reggie Griffin hat in der zweiten Hälfte der 80er, wie man den Auflistungen bei discogs.com entnehmen kann, nicht mehr als Interpret, dafür aber als Produzent gearbeitet, unter anderem für Patti Labelle. Was dann aus ihm geworden ist, ob's ihn überhaupt noch gibt - keine Ahnung. - Auch an den nächsten Montagen wird's hier um Electro gehen...

The Besnard Lakes: Albatross

Sonntag, 17.1.2010

Gegründet 2001, beheimatet in Montreal, benannt nach einem See in Saskatchewan: The Besnard Lakes. Die laufen, vielleicht, weil's gerade "in" ist, unter "Musiker-Kollektiv", bestehen im Kern aber eigentlich nur aus dem ein bekanntes Aufnahmestudio betreibenden Ehepaar Jace Lasek und Olga Goreas, das sich im Laufe der Jahre bei seinen Tourneen von einer Vielzahl mehr oder weniger fester Gastmusiker begleiten lassen hat. Die englische Wikipedia-Version nennt außer den beiden Kevin Laing und Richard White als zur gegenwärtigen Besetzung gehörend, bei facebook listet die Band selbst zusätzlich noch Steve Raegele und Nicole Lizee auf - da hab' ich sicherheitshalber aus den Bandfotos in verschieden starker Besetzung eines mit sechs Musikern The Besnard Lakes, Montral ausgewählt, ohne garantieren zu können, dass es auf der Höhe der Zeit ist. - Wikipedia stellt The Besnard Lakes stilistisch nicht nur in die Rubriken "Indie Rock" und "Post Rock", sondern auch "Shoegaze" ein. Ich weiß nicht - wird vielleicht letzthin etwas inflationär gebraucht, der Begriff, und mit "klassischem" 90er Shoegaze haben die Kanadier nun nicht so sehr viel zu tun. Dafür machen sie "große", plakative, mitunter symphonische Songs, die einen fast theatralischen Aufbau haben, mit häufigen Stimmungswechseln spielen und gelegentlich auch mal ganz straight abrocken - nichts für den Freund der Zweieinhalb-Minuten-Chartssingle. Dass sich hingegen Filmfreunde und -macher angesprochen fühlen, verwundert nicht, und so ist es nur folgerichtig, dass die Band im vergangenen Jahr den Soundtrack für "Sympathy For Delicious" abgeliefert hat, einen Film von Mark Ruffalo, der auf dem diesjährigen Sundance Film Festival gezeigt werden wird. - "Albatross" erscheint am 8. (UK) bzw. 9. (Kanada/USA) Februar als Vorab-Auskopplung (12'' Vinyl, digitaler Download) aus dem für den 8./9. März angekündigten dritten Album "The Besnard Lakes Are the Roaring Night" (alles bei Jagjaguwar Records), zur Zeit kann man den Song auf der Band-Homepage als kostenlosen Download bekommen. Ebenfalls auf dem neuen Album enthalten sein wird "Like the Ocean, Like the Innocent (Part 1 & 2)", ein fast neun Minuten langer "Brocken", den ich mal als Extra-Leckerbissen spendiere...

DJ DLG: Play (Original Mix)

Sonnabend, 16.1.2010

"A bit deeper, a bit darker" geht's hier heute zu, und zwar mit DJ DLG, einem Producer, Remixer und DJ aus den Vereinigten Staaten, den Beatport in den Rubriken House, Electro House, Progressive House, Tech House, Nu Dance und gar Trance führt. Das D in "DLG" steht vermutlich für Dave, das G für Goodwin, wofür das L steht, weiß ich nicht - ich hoffe, nicht für Liam, ein Name, der bei mir seit Oasis, die ich bekanntlich nicht für eine gute, sondern für eine grottenlangweilige Band halte, negativ besetzt ist :-). Dave Goodwin veröffentlicht gelegentlich auch unter seinem bürgerlichen Namen und hat seit ca. 2004 eine Vielzahl von Eigenproduktionen, Gemeinschaftsarbeiten mit Szene-Größen wie Laidback Luke oder Erick Morillo und Remixen herausgebracht. Wann und wo "Play" im Original erschienen ist, hab' ich aus Zeitmangel T-PE3 nicht recherchiert, der Titel ist aber vermutlich schon etwas älter und im Juli 2009 noch einmal auf der Mix-Kompilation "DJ DLG Re-Visited Summer 2009" bei Huge Records erschienen. Die kann man sich bei Beatport aber nur im Ganzen für € 8,72 ziehen, hingegen soll's "Play" bei iTunes auch separat geben. Ich stelle den Track hier übrigens vor, weil er erst vor gut zehn Tagen von jemandem, dessen Uploads ich abonniert habe, bei YouTube hochgeladen wurde - und natürlich, weil ich ihn saugeil finde, auch wenn ich nicht mal versuche, ihn einer der zahllosen House-Unterrubriken zuzuordnen. - Ich glaube, ich muss so langsam damit aufhören, hier über die Slapstick-Chaoten Stan & Ollie zu berichten, das heiße Hacker-Pärchen aus Wolfenbüttel und Moringen, das während meiner Abwesenheit in heftige Panik ausgebrochen ist, weil ich auf einer meiner Websites für gestern den Start einer "Enthüllungsserie" (!) angekündigt hatte - ach nee, Kinder, die kommt erst, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen fertig sind (...Zeit wird's ja mal so langsam). Darum verrate ich nur noch, dass die kleine Provokation das gewünschte Ergebnis erbracht hat, verlagerere die aktuelle Berichterstattung zum Tagesgeschehen hinfort auf eine andere, mir nicht so wichtige Domain (daran herrscht bei mir ja kein Mangel) und quäle die Zufallsbesucher, die Google hier täglich vorbeischickt, nicht länger mit Geschichten, die sie ohne Kenntnis der Zusammenhänge gar nicht verstehen können. Zumindest von hier aus an die beiden Loser noch ein letzter Gruß, auch wenn das womöglich bedeutet, dass ich jetzt wieder mit SMS-Schwachsinn und Telefonterror zugemüllt werde. Wozu gibt's schließlich Stecker, die man ziehen kann ;-)...

T-PE3: Three Steps Higher (Original Mix)

Freitag, 15.1.2010

Das ist mal wieder einer dieser Fälle, wo ich auf der Suche nach näheren Informationen über den Interpreten relativ schnell die Waffen gestreckt habe. Manchmal ist man aus Zeitmangel aber auch ganz froh, den täglichen Beitrag mit ein paar Zeilen abtun zu können... - Also - T-PE3 ist, wenn ich mir das Foto so anschaue, ein ziemlich junger Producer aus Mestre/Venedig, T-PE3 der eine gruselig wuselige MySpace-Seite betreibt und Musik macht, die in meinen Ohren so gar nicht nach Italien klingt. Mich erinnert das von der Stimmung her eher an gehobenen Progressive House aus englischen Landen (irgendwas lässt mich seltsamerweise an die Shapeshifters denken) und vielleicht noch an ein paar jüngere US-Kollegen. So sehr viele Veröffentlichungen hält Beatport noch nicht von T-PE3 bereit, die jüngste ist die am 29. Dezember 2009 bei The Clubbers erschienene "Message From the Stars"-EP, auf der sich überhaupt kein Titel namens "Message From the Stars" befindet, dafür aber "Three Steps Higher", ein schön stimmungsvoller Wochenend-Starter. Und wenn ich schon nicht mehr über T-PE3 weiß, dann will ich wenigstens noch hinzufügen, dass es sich bei The Clubbers um das in Mailand ansässige Label von Thomas Schwartz und Fausto Fanizza handelt. - Und damit endet er auch schon, der dritte Beitrag von der Halde. Morgen - aus der Sicht des Lesers dieser Zeilen: heute - sitze ich ab dem frühen Nachmittag wieder hinterm heimischen Schreibtisch, verfasse Frischtext und schau mal, was mein Lieblings-Komikerduo während meiner Abwesenheit so alles angestellt hat, die beiden Oberluschen aus Wolfenbüttel und Moringen, die bei uns und anderswo letzthin nur noch unter "Stan & Ollie" laufen...

Dag för Dag: Hands And Knees

Donnerstag, 14.1.2010

Das Video zum heutigen Track des Tages hat vor gut vier Wochen Ted Malmros bei YouTube hochgeladen. Der wohnt nicht, wie er auf seiner Channel-Seite behauptet, in Algerien, sondern in Stockholm, woselbst er als Bassist der Shout Out Louds tätig ist. Mit den Shout Out Louds wiederum sind Dag för Dag als deren Tour-Support viel unterwegs gewesen und haben auch in Deutschland etliche Gigs absolviert - man kennt sie hierzulande inzwischen, auch wenn sie sich noch immer in der Grauzone zwischen "Geheim-Tipp" und "arriviert" bewegen. - Dag för Dag sind trotz des skandinavischen Bandnamens US-Amerikaner. Die Geschwister Sarah Parthemore Snavely und Javob Donald Snavely stammen aus Südkalifornien und Dag för Dag, Stockholm haben für längere Zeit getrennt die halbe Welt bereist. In Schweden haben sie sich dann wiedergetroffen und beschlossen, sich in Stockholm niederzulassen und gemeinsam Musik zu machen. Das war 2007, und inzwischen haben sie neben der im April 2009 bei Saddle Creek erschienen EP "Shooting From the Shadows" zwei Singles vorzuweisen, eine davon "Hands And Knees", derzeit nur bei iTunes Scandinacia erhältlich. Dieser Tage brechen die Geschwister mit Gastdrummer zu einer ausgedehnten Europa-Tournee auf, die sich bis tief in den März hinein erstrecken und in deren Verlauf dann auch das mit Spannung erwartete Debütalbum "Boo" (Februar) erscheinen wird. Was ich von dieser Tournee halten soll, weiß ich nicht so recht, denn bei Sarah hat sich für April Nachwuchs angekündigt. Das hindert sie freilich nicht daran, schon im Juni zu einer neuerlichen Tournee aufzubrechen... - "Hands And Knees" ist, wie viele Songs von Dag för Dag, schlicht, aber nicht simpel: Ein klassischer, völlig zeitloser und unabhängig von gerade aktuellen Musikströmungen immer "funktionierender" Zweieinhalb-Minuten-Song mit phantastischem Satzgesang, unglaublich eingängig, charttauglich und dennoch auch fürs anspruchsvollere Ohr geeignet. Riecht irgendwie nach ganz großem Durchbruch, und den haben die beiden zweifelsohne verdient.

Local Natives: Airplanes (Live @ BBC Radio 1)

Mittwoch, 13.1.2010

Erster von drei "auf Halde" geschriebenen Beiträgen wg. Abwesenheit, und der befasst sich mit Local Natives aus Silver Lake, einem Bezirk von Los Angeles. Die wurden hier bereits im Oktober 2009 vorgestellt, der alte Beitrag nennt die Mitglieder und erwähnt, was man sonst noch so über die Band wissen sollte. Zu einem eigenen Local Natives, Silver Lake (wenn auch noch kurzen) Wikipedia-Artikel hat sie es in der Zwischenzeit gebracht, außerdem ist ihr Debütalbum "Gorilla Manor" am 2. November bei Infectious Records erschienen - im UK. In den heimatlichen USA wird das Werk erst am 16. Februar bei Frenchkiss Records veröffentlicht. Das ist eigentlich kein so besonders günstiger Zeitpunkt, denn Local Natives brechen gerade zu einer neuerlichen Europareise auf und werden hier bis in den März hinein viele, viele Konzerte geben, darunter auch welche in Köln (27.1.), Hamburg (28.1.), Berlin (2.2.), München (4.2.) und Stuttgart (6.2., Locations siehe MySpace). - "Airplanes" stammt von "Gorilla Manor" und wird in der YouTube-Beschreibung und anderenorts auch als Single erwähnt, eine solche konnte ich aber bei flüchtiger Durchsicht :-) des Webs nicht finden. Das Video entstand anlässlich einer beim letzten Europa-Trip im Sommer 2009 gespielten Live-Session für BBC Radio 1 und zeigt eine Band, die mit ihrem eigenwilligen und doch relaxten Mix aus Pop, Rock und Folk nicht minder gut in die Rubrik "Außergewöhnliches am Sonntag" passen würde, in bester Spiellaune.

Run Toto Run: Out Of Order (Live-Demo)

Dienstag, 12.1.2010

Bei MySpace sind Run Toto Run seit April 2008 vertreten, so richtig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sind sie im letzten Sommer, als sie mit einem Cover des Passion-Pit-Titels "Sleepyhead" einiges Aufsehen erregten und selbst von den Major-Radiostationen gespielt wurden. Das ehemalige Quartett besteht heute nur noch aus Rachael Kichenside (voc, keyb, fl, alle Songtexte), deren Name (nicht nur) hierzulande gern und häufig zu "Rachel Kitchenside" verhunzt wird, Mike Kelly (keyb, g, voc) und Matt Farthing (keyb, viol, electronics); eine Dame namens Cazz (keyb, b, voc), von Haus aus Drummerin und eh erst Ende 2008 zur Band gestoßen, hat sich kürzlich wieder verabschiedet. Dank viel Elektronik fällt der Sound auch zu dritt nicht "dünn" aus, bei Live-Auftritten lässt man sich überdies gelegentlich von ein paar Streichern unterstützen. - Run Toto Run kommen aus Run Toto Run aus Manchester Manchester, legen aber Wert auf die Feststellung, dass ihre Musik nicht unbedingt typisch für ihre Heimatstadt ist, die Menschen wie ich seltsamerweise bis heute mit den etwas düsteren Klänge von Joy Division assoziieren. In der Tat kommt das Trio mit seinem oft märchenhaften Elektropop sehr "leicht" rüber (was keinesfalls mit seicht zu verwechseln ist), und das selbst da, wo, wie im heutigen Track des Tages, Moll-Töne vorherrschen. Das wunderschöne "Out Of Order", erst vor wenigen Tagen von der Band selbst bei YouTube hochgeladen, zählt zu einer Reihe von Demos, die für das in Arbeit befindliche Debütalbum vorgesehene Stücke vorstellen. Erscheinen wird es voraussichtlich beim von Frontfrau Rachael betriebenen Label The Lost And Lonely Singles Club Records. Das hat am gestrigen Montag die neue Single "Catch My Breath" veröffentlicht, von der es eine etwas ältere Video-Version aus dem Probenraum gibt, in der noch das vierte Bandmitglied aktiv ist und auch die vorstehend erwähnten Streicher zum Einsatz kommen. Ja, was soll ich sagen - womöglich das "Next Big Think", auf jeden Fall aber hier garantiert nicht zum letzten Mal zu Gast. - Ich bin dann mal drei Tage weg und wünsche dem debilen kleinen Hacker-Furz Stefan aus Moringen viel Spaß beim ungestörten Austoben auf meinen Servern und Ausprobieren vieler neuer Proxies - Gott, wenn man sonst nichts zu tun hat! Mein Tipp an ihn: Versuch's doch mal mit einem Bad, etwas Deo und Kleidung, der man nicht schon auf 50 Meter ansieht, dass sie seit vier Wochen nicht mehr gewechselt wurde, vielleicht klappt's dann ja auch mit den Mädels ;-). - Leider fahre ich gen Norden und also nicht in wärmere Gefilde, hier und auf den anderen Sites geht's auch in meiner Abwesenheit nahtlos weiter. Nicht mitnehmen werde ich diesmal das Handy, dafür aber zwei Bücher, die schon seit einem Vierteljahr des Gelesenwerdens harren.

New Order: Everything's Gone Green (1981)

Montag, 11.1.2010

Kein Montags-Beitrag mehr auf Halde und keine Zeit für größere Web-Recherchen - da müssen, natürlich, wieder einmal New Order herhalten. "Everything's Gone Green", in meiner Sammlung auf dem "Substance"-Doppelalbum vorhanden, stammt im Original aus dem Jahr 1981 und ist als solches nur in Belgien auf einer 12'' veröffentlicht worden. Inzwischen existiert der Titel in diversen Versionen auf etlichen Kompilationen und als Bonus-Track auf der 2008 erschienenen remasterten Version des 81er Albums "Movement". Klingt, einerseits, noch sehr nach New Order, ca. 1985 Joy Division, ist, andererseits, aber der erste Song, bei dem New Order sich mit Sequencern und sonstiger Elektronik so richtig austoben. - Wie der aktuelle Stand der Dinge ist und ob Hook gerade mal wieder zickt oder nicht, kann man bei Wiki nachlesen, ich verfolge das seit geraumer Zeit nicht mehr, weil's nur noch nervt. - Auf meinen Servern tun sich jetzt ganz lustige Dinge (...die tschechische Loser-Site war geil!), der hässliche - ich mein' das mehr metaphysisch - kleine Gnom aus Moringen, laut übereinstimmender Aussage von allen, die ihn persönlich kennen, einer genetischen Linie entsprungen, an der die letzten 500.000 Jahre Evolution spurlos vorbeigezogen sind, lässt nicht locker und schaufelt fleißig weiter am eigenen Grab. Typischer Fall von cuv, wohl seine große Lebensproblematik, und irgendwie muss man das ja kompensieren. Nur wären gelegentliche Besuche bei einer gegen Entgelt behilflichen Dame (oder bei auf was auch immer er steht) unterm Strich dann doch erheblich billiger gekommen :-)! - Nach diesem schönen Strich-Wortspiel muss ich mich tummeln, Frauchen vom Zug abholen, was mir des immer noch fallenden Schnees wegen ein klein wenig Magendrücken bereitet. Immerhin scheint Sturmtief "Daisy" sich endgültig verzogen zu haben, von der Fahrbahn wehen wird's mich dann ja wohl nicht...

Gentle Friendly: Lovers Rock

Sonntag, 10.1.2010

Wikipedia-Artikel wie der über Gentle Friendly (s.u.), offensichtlich von dem Duo selbst oder einer Person aus seinem unmittelbaren Umfeld augenzwinkernd verfasst, pflegen in der Regel rasch mit Löschandrohungen überzogen zu werden. Keine Ahnung, warum das hier noch nicht geschehen ist; vielleicht liegt's am sprichwörtlichen Humor der Briten. - Gentle Friendly sind David Maurice (voc, keyb) und Daniel Boyle (dr, keyb) aus London, die seit rund zwei Jahren miteinander Musik machen - Musik, die in mir nicht einmal ansatzweise den Wunsch erweckt, sie einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. "Lovers Rock" etwa, der heutige Track des Tages, beginnt mit entfernt an (Rock oder Free) Jazz gemahnenden Klängen, um dann unversehens eine ganz andere Richtung einzuschlagen, die, wiederum entfernt, wohl etwas mit melancholischem (Dream-)Pop zu tun hat. Oder so. Etwas einheitlicher, womöglich David Maurice & Daniel Boyle aka Gentle Friendly nach Shoegaze, klingt das wunderschöne und ebenfalls melancholische "Vincentt", zu hören bei MySpace. Ungewöhnliche Musik, ungewöhnliche Interpreten, deshalb auf dem Sonntagsplatz gut aufgehoben. - Der eingangs erwähnte Wikipedia-Artikel spricht von Gentle Friendly übrigens nur in der Vergangenheitsform und erwähnt, dass ihre Veröffentlichungen posthum erscheinen. Bei MySpace wirkt das Duo, dessen Mitglieder zuvor in allerlei anderen Formationen tätig waren, aber noch höchst lebendig... - Die gestrigen Zwangsausflüge (Hund) in den Schnee habe ich wider Erwarten überlebt, im Augenblick (Samstagnachmittag, 15 Uhr) rieselt's nur leise vor sich hin. Für die Nacht und morgen (aus der Sicht desjenigen, der diesen Beitrag gerade liest: heute) sind jedoch weitere ergiebige Schneefälle angekündigt, weswegen ich mich jetzt von der Musik zurückziehe und ein paar von mir betriebenen regionalen Websites zuwende, um dort die Unwetterwarnungen zu aktualisieren. Auch 'ne Art, den Tag rumzubringen! - Wenn auch wohl immer noch besser als die, der sich gerade der strunzdoofe, leicht vollfette und etwas zu kurz geratene (ich kenn' den gar nicht persönlich, aber so wurde er mir beschrieben) Gnom aus Moringen hingibt, der jetzt dazu übergegangen ist, meine paar ihm bekannten Websites wieder und wieder zu inspizieren, von frühmorgens bis spät in die Nacht - vielfach gar unter seiner unverschleierten IP. Manchmal, wenn ich Langeweile habe, mache ich mir den Spaß und sperre die per .htaccess für ein, zwei Stunden, dann dauert es nur ein paar Minuten, bis er mit einem der aus den turbulenten drei Monaten bekannten Proxy-Server wieder "vor Ort" ist. Da schicke ich doch glatt ein freundliches "Hallo!" hinüber in den Landkreis Northeim und wünsche weiterhin viel Spaß und gute Unterhaltung bei der (wenn auch ein klein wenig armseligen) Freizeitbeschäftigung.

Raffertie: 7th Dimension (Original Mix)

Sonnabend, 9.1.2010

Auf dem Foto sieht er, finde ich, ein bisschen aus wie eine Kreuzung zwischen Boris Karloff (in jung) und Marge Simpson: Raffertie aus Birmingham, der das Licht der Welt vor gut 21 Jahren als Benjamin Stefanski erblickte. Die Haare trägt er inzwischen wohl etwas dezenter, ob das etwas mit dem von ihm verwendeten Logo, einer übergroßen Schere, zu tun hat, weiß ich nicht. Hingegen weiß ich, dass er sehr ungewöhnliche Musik macht, wie sie üblicherweise auf dem Samstagsplatz nicht vorkommt: Dubstep, irgendwie, aber so eine sphärische Variante mit ein paar House-Anleihen und überhaupt Elemente aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen vereinend. Muss ja nicht immer nur Tance und House sein, was hier zum Wochenende vorgestellt wird... Claes Rosen, Schweden - "7th Dimension", ein Track, der seinen Titel in der Tat sehr treffend musikalisch umsetzt, wird in der YouTube-Beschreibung Planet Mu Records zugeordnet, wo ich ihn aber ebenso wenig finden konnte wie bei Beatport - werden wir also wohl noch ein paar Tage drauf warten müssen. Wer von Rafferties Musik, wie ich, nicht genug bekommen kann, findet auf seiner MySpace-Seite diverse Links zu kostenlosen Download-Angeboten. - Ich muss mich jetzt rüsten, und zwar fürs kommende Unwetter. Wenn's denn kommt. Ich mache ja auch diverse mehr dem Boulevard verhaftete Websites (googeln zwecklos :-), weil ich aus gutem Grund schon seit geraumer Zeit alle Impressen auf "noindex,nofollow" setze) wie diese hier und beziehe deswegen einen Haufen Agentur- und Polizeimeldungen. Eine solche erreichte mich heute von der Polizei Goslar. Gewarnt wird darin vor Daisy, einem Sturmtief, das uns am Wochenende mit heftigen Windböen und jeder Menge Schnee heimsuchen soll. Zumindest mit so hoher Wahrscheinlichkeit, dass schon mal sämtliche Sicherheitskräfte mobilisiert, Straßensperren angekündigt und allerlei "Überlebensratschläge" für den Fall des Festsitzens im Auto gegeben wurden. Ich werd' das Auto dann lieber gar nicht erst anrühren, aber meines Hundes wegen (für den das, da er nur über drei Beine verfügt, zur Zeit auch kein Vergnügen ist) mehrmals täglich kurz der häuslichen Geborgenheit entsagen müssen. Sollte ich dabei in einer Schnewehe verlustig gehen: 's war nett mit euch!

Claes Rosen: Milky Way (Original Mix)

Freitag, 8.1.2010

Dass "Progressive House" nur als Oberbegriff für eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Stilrichtungen steht, ist ein wohl allgemein bekannter Fakt. Fast schon am Rande des Genres und nicht mehr gar so weit vom Mainstream entfernt sehe ich den Schweden Claes Rosen. Einerseits. Andererseits ist es ja keine Schande, einen ausgeprägten Hang zu Melodieelementen zu haben und Produktionen abzuliefern, die an technischer Perfektion ihresgleichen suchen. Und was bei oberflächlichem Hinhören fast ein wenig seicht klingt, entpuppt sich bei intensiverer Beschäftigung als Claes Rosen, Schweden unerschöpfliche Quelle immer neuer Sound- und Arrangement-Entdeckungen. Mit leichter Hand dahingeworfen? Eher nicht, sondern von einem Könner und Kenner in akribischer Feinarbeit montiert. - Angefangen hat Claes Rosen Mitte der 90er mit dem legendären Fasttracker, die ersten nennenswerten Releases erblickten um 2005, 2006 das Licht der Welt. Inzwischen sind eine Vielzahl eigener Produktionen und Remixe erschienen, außerdem komponiert und produziert der Schwede häufig Musik für Rundfunk- und TV-Spots. Noch lieber hätte ich schon heute als Track des Tages das für den 12. Februar 2010 angekündigte "Endeavour" vorgestellt, aber das gibt's bei YouTube noch nicht - auf der ansonsten kommender Inhalte harrenden Homepage kann man sich einen kurzen Ausschnitt anhören, den vollen Titel dann in Kürze bei sortednoise. In eine ähnliche melodische Kerbe schlägt "Milky Way", am 25. Dezember zusammen mit "A Bit Odd" bei Unreleased Digital erschienen, dem Label von Christian Beat Hirt aka Chris Reece. Traumhaft schöner Track, den's derzeit (noch) exklusiv bei Beatport gibt. - Einer etwas dunkleren musikalischen Facette gibt sich Claes Rosen nebenbei auch noch hin: Zusammen mit Ola Näslund bildet er das Dubstep-Duo L-Wiz. Mit dem werde ich mich an dieser Stelle gelegentlich ebenfalls befassen...

Hatcham Social: Sidewalk

Donnerstag, 7.1.2010

Gegründet 2006 von den Brüdern Tobias (g, voc) und Finnigan (dr) Kidd und David Fineberg (b) in London: Hatcham Social. Finnigan Kidd, nach Ansicht von Charlatans-Sänger und Hatcham-Social-Produzent Tim Burgess "der coolste Drummer der Welt", hat zu dieser Zeit noch bei den Klaxons hinterm Schlagzeug gesessen, diese dann aber wegen der neuen Gruppe verlassen. Nach diversen Singles und EPs erschien im März 2009 das Debütalbum "You Dig the Tunnel, I'll Hide the Soil" nicht nur bei Fierce Panda Hatcham Social in Europa, sondern auch bei TBD Records in den USA, wo die Band mittlerweile ebenfalls über eine große Anhängerschar verfügt. Da hatte dann auch schon Jerome Watson (keyb, g) das Trio zum Quartett erweitert und konnte sich mit seinen drei neuen Kollegen über die Lobpreisungen der Kritik freuen. - Hatcham Social verleugnen ihre 80er-Wurzeln nicht und werden gern als von Bands wie The Jesus & Mary Chain, Orange Juice und gar The Fall beeinflusst bezeichnet. "Sidewalk" hingegen, so finde ich jedenfalls, erinnert in weiten Strecken, vor allem gitarren- und bassmäßig, doch eher an die frühen New Order kurz nach Joy Division. Der Titel stammt von der für den 18. Januar angekündigten gleichnamigen EP, die neben zwei neuen Songs auch ein Beach-Boys-Cover und zwei Remixe enthalten wird. - Ja, alles ein bisschen kurz heute, aber ich lasse es trotzdem dabei bewenden, weil's gleich 22 Uhr ist und ich den letzten Hundespaziergang des Tages rasch und beizeiten hinter mich bringen will. Prognostiziert sind für diese Nacht in unserer Region nämlich wieder einmal Temperaturen von minus 15 Grad, da gilt es, die gegenwärtig noch herrschenden angenehmen 9 Grad minus auszunutzen...

Broken Bells: The High Road

Mittwoch, 6.1.2010

Broken Bells ist ein erst im September vergangenen Jahres gestartetes - nein, das wäre zu diffus, also: generalstabsmäßig gestartetes Projekt, bestehend aus Brian Burton (im Foto rechts) und James Mercer. Kennt man nicht? Und ob. Brian Burton ist besser bekannt unter seinem Produzenten- und Interpreten-Pseudonym Danger Mouse und als eine Hälfte des Duos Gnarls Barkley, James Mercer ist als Sänger, Gitarrist und Songschreiber Frontmann der US-Band The Shins. Auf ihr Projekt aufmerksam gemacht haben die beiden erstmals am 29. September 2009 und dann bis zum 21. Dezember, dem Tag, an dem der heutige Track Broken Bells des Tages als kostenloser Download auf ihrer Homepage auftauchte, mit allerlei Mailing-Aktivitäten und verschlüsselten Botschaften das Feuer immer wieder neu entfacht. Nun wartet alle Welt gespannt auf das schlicht "Broken Bells" betitelte Debütalbum, das am 9. März bei Columbia Records erscheinen wird und seit ein paar Tagen vorbestellt werden kann. Und zu steigern wäre das alles vermutlich nur noch gewesen, wenn sie im zweiten Wort ihres Bandnamens den Vokal gegen einen anderen ausgetauscht und damit der Sache noch mehr Pfiff gegeben hätten :-)... - Okay, genug der schalen Witze. "The High Road" ist eigentlich ein wunderschöner Titel mit einem phantastischen Intro, aber - klingt der nicht, gerade angesichts der Erfahrung der Interpreten, ein klein wenig unterproduziert, unfertig, vor allem in der zweiten Hälfte? Hat für mich irgendwie Demo-Charakter, würde ich mir, obwohl sonst dem Rauen nicht abgeneigt, ausgefeilter und eine Spur "bombastischer" wünschen. Und das liegt ganz sicher nicht nur an der Qualität des wohl im unteren Auflösungsbereichs angesiedelten YouTube-Uploads! Aber womöglich ist das ja wirklich nur eine Demo-Version, die uns auf dem kommenden Album im neuen Mix- und Master-Gewand erwartet und zu einem befreiten "Aaahh!" veranlassen wird. Sozusagen als Teil einer nur schwer zu durchschauenden Promotion-Kampagne. Zuzutrauen wär's den beiden...

The Field: I Have the Moon, You Have the Internet
(Gold Panda Remix)

Dienstag, 5.1.2010

Auf der gestern hochgeladenen Seite mit den Tracks des Jahres 2009 sind sie nicht nur mit je einem Titel vertreten, sondern auch noch direkt nebeneinander platziert: Axel Willner alias The Field (links) aus Schweden und der Brite Gold Panda, zwei meiner allerliebsten Elektronik- und Sample-Montage-Künstler. Dass deren Musik viel miteinander zu tun hat, habe ich schon früher erwähnt, dass jetzt eine, wenn auch indirekte, Kooperation in Form eines Gold-Panda-Remixes des The-Field-Titels "I Have the Moon, You Have the Internet" als Download und in Vinyl Axel Willner aka The Field, Stockholm Gold Panda (12'') gepresst vorliegt, freut mich außerordentlich. Erschienen ist die drei Tracks umfassende EP "Yesterday And Today Remixe" am 7. Dezember 2009 bei Kontor, dem Kölner Stammlabel von Axel Willner, was auch den deutschen Plural von Remix im Titel erklärt. Außer "I Have the Moon..." sind darauf noch "Sequenced" (Rainbow Arabia's Dark & Dumb Version) und "Leave It" (Walls Remix) vertreten, die jeweiligen Originalversionen stammen vom im Mai 2009 veröffentlichten The-Field-Album "Yesterday And Today". - Ein paar biographische Details über die beiden kann man in den zuvor verlinkten Archivbeiträgen nachlesen, bei Gold Panda halten die sich nach wie vor in Grenzen - noch immer taucht sein bürgerlicher Name nirgendwo im Internet auf. Dafür häufen sich seine Remixe, und der heute vorgestellte bricht die eher einfache Struktur des Originals mit teils recht komplexen Rhythmusmustern auf, bewahrt aber dessen - ja, ich riskier' mal das große Wort: spirituelle Dimension. Auf der ansonsten nur ein paar Links und einen Player mit sechs Titeln präsentierenden Homepage von Gold Panda wird übrigens ein neues Album von ihm angekündigt, und das bedeutet, dass es hier in absehbarer Zeit ein Wiederhören mit ihm geben wird...

A Certain Ratio: Shack Up (1980)

Montag, 4.1.2010

Heute nur eine zu sehr später Stunde verfasste Notausgabe wg. Schneechaos - ich werd' langsam zu alt, um mich bei solchem Wetter im Auto über Harzhöhen zu quälen... - A Certain Ratio, 1977 im Punk-Umfeld in Manchester gegründet und dann irgendwie A Certain Ratio, Manchester in die Funk-Richtung gerutscht (ein Verb, das heute meinen Tag bestimmt hat), gehörten mit Joy Division/New Order, den Blue Mondays und OMD zu den Bands der ersten Stunde beim legendären Label Factory Records. Wie Joy Division klangen sie anfangs auch ein bisschen, aber spätestens seit einem New-York-Trip 1980 gewannen die Funk-Einflüsse Oberhand. Von diesem New-York-Trip existiert auch ein wunderbares Video, das zwar bei YouTube vorhanden ist, aber leider nicht in fremde Seiteninhalte eingebettet werden darf, weswegen ich's an dieser Stelle verlinke und statt "Tribeca", meiner ersten Wahl für den Track des Tages, nun "Shack Up" präsentiere, einen etwas seichteren, aber dafür um so bekannteren Titel, 1980 erstmals erschienen und mittlerweile in sieben Single-Versionen von der 7'' bis zur 12'' vorliegend. - Die Band gibt's übrigens bis heute - aus den ganz alten Tagen sind noch Martin Moscrop (Gitarre, Trompete), Jeremy Kerr (Bass, Gesang) und Drummer Donald Johnson dabei -, Live-Auftritte werden aber nur noch bei besonderen Gelegenheiten absolviert. - Ach ja, die Tracks des Jahres 2009 sind da, und das nicht nur in einer deutschen, sondern auch in einer englischen Version...

Portico Quartet: Paper Scissor Stone

Sonntag, 3.1.2010

Wenn das Wort "Quartett" im Namen einer Formation auftaucht und wir uns nicht gerade in der Welt der Klassik bewegen, dann lässt das in aller Regel auf Jazz schließen. Nicht anders verhält es sich beim Portico Quartet aus London, einer vor vier Jahren von College-Freunden gegründeten Band, die heute allesamt der Altersgruppe der frühen Twens - ein etwas aus der Mode gekommener Begriff - angehören, aber klingen, als würden sie seit Äonen miteinander Musik machen. Und das meine ich nicht im Sinne von "routiniert", Portico Quartet, London sondern bezogen auf die Reife und einen gewissen Ernst, der die Stücke von Jack Wyllie (Sopran- und Altsaxophon, Keyboards), Nick Mulvey (Hang und Percussion), Milo Fitzpatrick (Kontrabass) und Duncan Bellamy (Drums) umgibt. Und ehe ich jetzt zu erklären anfange, um was für ein Musikinstrument es sich beim Hang (abgeleitet vom schwyzerdeutschen Wort für Hand) handelt, verlinke ich lieber zu einem das sehr detailliert erklärenden Wikipedia-Artikel. - "Paper Scissor Stone" ist das Eröffnungsstück des aktuellen (zweiten) Longplayers "Isla" der Londoner Jazzer, der im Mai 2009 in den legendären Abbey Road Studios eingespielt und am 9. Oktober von Real World Records veröffentlicht wurde. Nicht nur im UK zählt die Gruppe inzwischen zu den arrivierten Formationen, Fach- und Publikumspresse haben "Isla" (wie auch schon Ende 2007 den für den Mercury Prize nominierten Vorgänger "Knee-Deep In The North Sea") begeistert aufgenommen. Das "Sounds like nothing you've ever heard" eines Kritikers kann ich alter Sack, der sich hier und da dann doch an manche Jazzrock-Truppe der späten 60er erinnert fühlt, zwar nicht so ganz unterstreichen, aber in derartiger Perfektion, Eindringlichkeit und - ja, Schönheit habe ich Musik aus diesem Bereich noch nicht gehört. Herausragend!

Rockerz Chiefs: Badman's Garage (Original Mix)

Sonnabend, 2.1.2010

Kein Foto, keine MySpace-Seite, eine halbe Stunde Websuche ohne Ergebnis - wer, zum Teufel, ist oder sind Rockerz Chiefs? Erschienen ist "Badman's Garage" Mitte November 2009 beim deutschen Indie-Label Superstar Recordings als Original Club Mix zusammen Rockerz Chiefs mit einem Instrumental Mix und zwei Remixen von Jewelz alias Julius Voigtländer, und vielleicht steckt der ja selbst hinter dem Pseudonym - oder irgendein anderer der zahlreichen Superstar-Producer. Inzwischen ist der Track auch auf einigen Kompilationen zu finden und überdies zu einem Radio Edit verwurstet worden. Auf jeden Fall handelt es sich um einen der witzigsten Electro-House-Titel des gerade vergangenen Jahres, der klingt, als ob sich Shaggy, Crystal Castles und ein erfahrener House-Producer im Studio getroffen und dann so richtig losgejammt hätten - schräges Geschenk für alle, die die Silvester-Party noch nicht beendet haben. - Die Tracks des Jahres 2009 tauchen hier "aus technischen Gründen" erst am kommenden Montag auf, und ich tauche gleich wieder ab, weil ich derzeit vollauf mit anderen Dingen beschäftigt und viel "auf Achse" bin. Morgen dann - hoffentlich - wieder ein paar Zeilen mehr...

Frankie Knuckles & The Shapeshifters ft. Jenna G.:
The Ones You Love (Original Mix)

Freitag, 1.1.2010

Nein, ich werde heute nichts Biographisches über Frankie Knuckles (1. v. l.), den Godfather of House, seit 1972 an den Plattentellern aktiv und gerade mal gut vier Jahre jünger als ich, vom Stapel lassen; und auch Simon Marlin und Max Reich aka Shapeshifters sind so etwas wie lebende Legenden und oft genug abgehandelt worden. Erwähnenswert ist höchstens, dass Knuckles in den letzten Jahren ausschließlich mit Remixen hervorgetreten ist und hier erstmals seit langer Zeit wieder als Producer aktiv war. Und dass in die Produktion von "The Ones You Love", was die meisten Downloadanbieter verschweigen, auch noch die großartige Jenna G. aus Manchester involviert war, von der die Vocals stammen und die bereits in der Vergangenheit mehrfach mit den Shapeshifters (und vielen anderen namhaften Producern) zusammengearbeitet hat. - Erschienen ist der heutige Track des Tages erstmals am 19. Oktober beim Shapeshifters-Label Nocturnal Groove Digital und dann noch auf zwei Defected-Samplern, zuletzt am 7. Dezember auf "Most Rated 2009". Sehr "amerikanische", Frankie Knuckles & The Shapeshifters Jenna G. (Manchester) sehr von Knuckles geprägte Produktion, deren Grand Piano mich soundmäßig stark an seinen Remix von "Blind" (Hercules & Love Affair, 2008) erinnert - umwerfend gut und hoffentlich nicht die letzte Zusammenarbeit dieses Dream-Teams. - Neben den gestern erwähnten Suchmaschinen-Robots, die überwiegend zu den willkommenen Gästen zählen, werden Websites leider auch von allerlei finsterem Gesindel heimgesucht. Damit meine ich jetzt nicht den Spinner und Möchtegern-Proxy-Zauberer aus dem nahen Moringen, der sich auf meinen Sites (...na gut, auf den paar, die er kennt) täglich tummelt und noch gar nicht weiß, dass für ihn gerade dunkle Gewitterwolken heraufziehen, sondern andere Spider: die Spam-Harvester und Kommentar-Spammer. Kein Tag vergeht ohne deren Besuch, und längst habe ich es aufgegeben, ihre IPs zu sperren - endlos lang würde sonst die jeweilige .htaccess. Spam-Harvester haben es auf eMail-Adressen abgesehen, die sie unermüdlich im Web einsammeln (ernten) und an die dann ihre Programmierer bzw. die Leutchen, an die diese das gesammelte Material verkaufen, ihre Spam-Mails mit Viagra-Werbung etc. verschicken. Bei mir werden sie eher nicht fündig, und bislang erfolglos waren auf meinen Websites auch die Kommentar-Spammer, die Foren und Gästebücher mit automatisierten Einträgen versehen - in denen es dann wiederum um Werbung für Versender von Viagra und anderen Helferlein und Links zu allerlei obskuren Anbietern geht. Verhindert werden derlei Einträge (derzeit noch) durch den sogenannten Captcha-Code, eine als Grafik dargebotene und somit für Robots nur schwer auslesbare Buchstaben-/Zahlenkombination, die User vor dem Posten ihrer Beiträge eintippen müssen... - Ach ja - ein frohes, gesundes, erfolgreiches etc. pp. 2010 wünsche ich natürlich auch!